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BREXIT und nun?

BREXIT
Die Entscheidung ist gefallen: Großbritannien wird die EU verlassen.
Denkbar knapp haben 51,9% der Wähler für einen Austritt gestimmt. Es werden zweijährige Verhandlungen folgen bei denen die Modalitäten des Austritts verhandelt werden.

Premierminister David Cameron hat sich verpokert.
2013 wollte er das konservative Lager vor den Parlamentswahlen beruhigen und brachte das Referendum ins Spiel. Er ging davon aus, daß er in einer weiteren Amtszeit nur mit dem Koalitionspartner, den Linksliberalen, regieren könnte. Diese lehnten ein Referendum strikt ab.
Dann wurde Cameron mit einer absoluten Mehrheit im Unterhaus im Amt bestätigt. In Brüssel konnte er keine besonderen Vereinbarungen für Großbritannien heraushandeln, somit konnte er den Briten scheinbar keinen nachhaltigen Grund zum Bleiben liefern.
Dies zeugt nicht gerade von besonderem Weitblick des Premierministers. Für die Lösung eines kurzfristigen politischen Problems verspielte er möglicherweise die historischen Perspektiven seines Landes.
Am Ende könnte er sogar als Ursache für den Zerfall des Vereinigten Königreichs in die Geschichte eingehen. Schotten und Nordiren haben bereits angekündigt, in der EU verbleiben zu wollen und ein schnelles Referendum zum Austritt aus Großbritannien anzustreben.
In Schottland stimmten 62% für einen Verbleib in der EU, in Nordirland 56%, in Gibraltar 96%.

Grund zur Panik? So Sie kein Engländer, sind nicht!
Die EU wird sich verändern und unsere gewählten Vertreter werden Perspektiven für die EU aufzeigen und Reformen umsetzen müssen.

Geht heute die Erde unter oder unser Wirtschaftssystem? Vermutlich: NEIN.

In Artikel 50 der EU-Verträge ist geregelt, daß ein Land, welches austreten möchte, dieses der EU mitteilen (Notification) muß. Da das Referendum eine sechswöchige Frist für Einsprüche vorsah, wird mit der „Notification“ nicht vor Ende August gerechnet.
Zunächst schließen sich zwei Jahre Verhandlungen über die Austrittsmodalitäten an. Dies bedeutet, kurzfristig ändert sich am Verhältnis zu Großbritannien nichts.
Wer auf der Insel glaubt, daß man weitreichende Zugeständnisse der EU erhalten wird, könnte sich täuschen. In Brüssel gibt es viele Stimmen, die zur Abschreckung anderer Austrittswilliger deutlich demonstrieren wollen, daß es keine sehr gute Idee ist, die Gemeinschaft zu verlassen. Bei dieser Sichtweise wird ein geregelter Handel zum wirtschaftlichen Vorteil aller vermutlich hintenan gestellt, und je schlechter es der britischen Wirtschaft nach dem BREXIT geht, desto besser. Wir wünschen dem Nachfolger von Herrn Cameron viel Vergnügen in den nächsten zwei Jahren Verhandlungsmarathon.

Eine einfache Öffnung des EU-Binnenmarkts für das ausgetretene Land wird es voraussichtlich nicht geben. Zumal ein Status, vergleichbar dem Norwegens oder der Schweiz in UK nicht durchsetzbar sein dürfte. Beide Länder müssen einen Beitrag in die EU-Kasse leisten und zahlreiche EUVorschriften übernehmen, d.h. man hätte auch bleiben können.

Die Times bemerkt, daß neun von zehn Ökonomen Großbritannien gewarnt hätten, dass ein Brexit die Briten ärmer machen würde. Times: "Aber genau das haben sie gewählt." Die britische Arbeiterklasse habe dieses Referendum als Protestwahl behandelt, um ihre Wut über "Globalisierung, Einwanderung und Elitentum" auszudrücken. Es werden aber sicher nicht die finanziell besser gestellten Gruppen sein, welche den spürbarsten finanziellen Schaden davontragen werden.

Das Britische Pfund hat heute Morgen fast 10% nachgegeben. Somit ist der anstehende Sommerurlaub z.B. auf Mallorca für Briten über Nacht entsprechend teurer geworden. Böse Stimmen sagen, hier kann der geneigte Leave-Wähler gleich am eigenen Leib die Folgen spüren.

Die möglichen Folgen des BREXIT für den Finanzplatz London sind groß, er könnte wesentliche Geschäftsfelder an Frankfurt und Paris verlieren.
Eine realistische Einschätzung weiterer Folgen für die Realwirtschaft ist zu diesem Zeitpunkt kaum möglich. Die Senkung der EU-Wachstumsprognosen dürfte anstehen.

Aktuell flüchten die Anleger in Staatsanleihen, Gold und den US-Dollar.
Der Euro verlor kräftig zum US-Dollar. Daß dies positiv für die europäische und vor allem deutsche Exportwirtschaft ist, hat man am heutigen Tag noch nicht gemerkt, wird aber folgen.

Der Dax hatte anfänglich über 10% verloren und liegt aktuell bei 9666. Grund zur Panik?
Im Februar dieses Jahres lag der DAX übrigens bei 8752 und in der Finanzkrise im März 2009 im Tief
bei 3666.

Wer jetzt bemerkt, daß in den Anlegerportfolios einzelne Daxwerte fast keine Rolle spielen, liegt richtig.
Dieser Gradmesser ist für die meisten Depots nicht geeignet!

Wie immer gilt: Für langfristig orientierte Anleger ergeben sich gute Chancen.
Die Börsenweisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“ dürfte auch hier greifen.

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